Finnlands Süden

Das erste, was ich mir in Finnland vorgenommen habe, ist der Süden.
Ergibt ja auch irgendwie sinn, wenn mein erstes großes Zwischenziel das Nordkapp ist.

Ich starte in Lohja, einer kleinen Stadt, die bekannt ist für ihre Steinkirche aus dem Mittelalter.

Steinkirche von Lohja

Bunt bemalter Innenraum der Kirche

Ich bin versehentlich genau zur Probe von einem Schultheaterstück eingetroffen. Neben ein paar kostümierten Lehrern, gab’s vorne ein Haufen Ritterrüstungen aus Pappe.

Das Thema Kirche wird in ganz Finnland nicht so groß geschrieben, es ist wohl durchaus üblich, kleinere und größere Theateraufführungen in Kirchen aufzuführen.

 

 

Mein nächster Stopp ist bei der Burgruine Raseborg, die vor gut 600 Jahren als Wasserburg gebaut wurde.
Inzwischen gibt es hier keinen See mehr, dafür kommt man jetzt trockenen Fußes zur Burgruine.
Bis auf das Dach und die oberen fünf Meter vom Turm, ist die Burg noch gut erhalten und top restauriert.

 

Weiter geht’s nach Turku.

Dom von Turku

Eigentlich war geplant auch hier die Burg zu besichtigen, die hat aber leider montags geschlossen. Tja, Pech gehabt.

Dann eben weiter zum nächsten Halt. Aber vorher sollte ich mich um einen Schlafplatz kümmern, die Sonne geht hier schon um kurz nach sieben unter.
Am Abend läuft mir dann auch der erste Elch vors Auto. Meine Güte, ist das ein riesen Vieh. Leider war ich nicht schnell genug das Tier abzulichten. Aber bei der Menge an Schildern, die hier vor Wildwechsel warnen, bin ich ganz zuversichtlich, dass das nicht die letzte Begegnung war.

 

Nach einer verregneten Nacht komme ich am frühen Nachmittag dann in Tampere an. Die Stadt hat nicht besonders viel zu bieten, aber nach einem leckeren Cappuccino statte ich noch dem Rathaus und dem Dom einen Besuch ab.

Rathaus von Tampere

Dom von Tampere

Blöderweise schließt der Dom seine Pforten um 15 Uhr, ich stehe um halb vier schon wieder vor verschlossener Türe.

Nun gut, dann bleibt es auch hier nur bei einem Kurzbesuch. Als nächstes steht Hämeenlinna auf dem Plan, vorher gibt’s aber noch eine kleine Koch- und Essenspause.

 

Angekommen in Hämeenlinna steht eigentlich die Burg auf meinem Plan. Aber heute werde ich wohl ein bisschen vom Pech verfolgt, denn auch die schließt ihre Pforten schon relativ früh. Ein nettes Bild habe ich aber trotzdem einfangen können.

Burg Hämeenlinna

 

 

Am Abend überlege ich mir, dass ich mich wohl besser ein bisschen auf die Natur fokussiere, die hat nämlich praktischerweise keine Öffnungszeiten. Außerdem stehen als nächstes sowieso „Gletschertöpfe“ auf dem Plan. Viel kann ich mir darunter noch nicht vorstellen.

Viel zu früh am nächsten Morgen geht es dann auf das Gelände von Hiidenkirnut, bei Askola, wo ich von einem Trollkopf begrüßt werde.

In den letzten Tagen war es ziemlich verregnet, das hat leider dazu geführt, dass die Gletschertöpfe mit Wasser vollgelaufen sind. Da die in der Regel mindestens doppelt so tief, wie breit sind, kommen die leider nicht so ganz zur Geltung.

   

In den größten Topf, mit einem Durchmesser von gut vier und einer Tiefe von etwas mehr als zehn Metern, kann man sogar hineinklettern. Das ist mir aktuell aber ein bisschen zu nass.

Jättiläisen kuhnepytty, der größte Gletschertopf auf dem Gelände

 

Im Anschluss gibt’s einen kurzen Abstecher nach Porvoo. Die Altstadt besteht hier komplett aus kleinen Holzhäusern, die das Stadtbild bestimmen.

Ufer von Porvoo

 

Danach geht es weiter nach Hamina. Auf der Karte sieht die Stadt allerdings deutlich spektakulärer aus, als vor Ort. Der Kaffee ist trotzdem ganz gut.

Hamina-Zentrum

 

Der Süden von Finnland ist insgesamt recht unspektakulär. Wahrscheinlich setze ich die Messlatte einfach ein bisschen zu hoch. Wenn ich die Kirchen mit denen in Italien vergleiche und die Burgen mit Carcassonne, kann ich eigentlich nur enttäuscht werden.
Auf der anderen Seite ist Finnland auch nicht unbedingt bekannt für sein blühendes Stadtleben und die grandiose Architektur. Also darf ich gespannt sein auf die Natur und vor allem die Finnische Seenplatte. Die steht als nächstes auf meinem Reiseplan.

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