In Richtung Süden

Zwischen den Lofoten und meinem nächsten Ziel liegen einige hundert Kilometer, die mich vor allem über die E06 führen. Die lange Straße schlängelt sich vor allem über eine fantastische Hochebene, die mir durchweg tolle Blicke auf die umliegenden Gipfel gewährt. Die andere Hälfte der Route ist mehr oder weniger eine große Baustelle, die sich über gut 200 Kilometer zieht und die komplette E06 zu renovieren scheint. Entsprechend langsam komme ich voran.

Unterbrochen wird die Fahrt in Richtung Süden lediglich von einer Pause im Nationalpark Saltfjellet-Svartisen.

Eigentlich ist geplant, dass ich die Gletscherzunge von Svartisen-Gletscher besuche, die sich bis ins Østertal legt. Kurz vorher machen mich zwei Schilder aber auf die nahe gelegenen Höhlen Setergrotta und Grønligrotta aufmerksam.
Inzwischen ist es etwas zu spät, um die Höhlen zu besuchen. Stattdessen finde ich einen Platz zum Kochen und Übernachten, direkt bei dem Besucherzentrum der Setergrotta. Eine Familie mit zwei Kindern lässt sich von der hereinbrechenden Dunkelheit nicht beeindrucken und läuft mit Helm und Kopflampen ausgestattet los. Vorher fragen mich die zwei kleinen Jungs noch über meine Dachboxen aus. Zuerst auf Norwegisch, das ist aber offensichtlich nicht so zielführend. Zu meinem Erstaunen sprechen die beiden aber auch fließend Englisch. Nicht wenig beeindruckt quatsche ich ein bisschen mit den beiden, bevor die das Interesse verlieren und in Richtung Grotte stürmen.

Irgendwann, inzwischen ist es stockdunkel, bin ich endlich fertig mit Kochen und Essen. Die Familie kommt etwas später wieder, die beiden Jungs verabschieden sich noch kurz bei mir und fahren dann weg.

Am nächsten Tag, in aller Frühe, schnappe ich mir meine Taschenlampen und mache mich auf in Richtung Setergrotta. Die Höhle ist recht einfach und besteht nur aus einem großen, tiefen Loch.

Ein paar Minuten später bin ich am untersten Punkt der Grotte angekommen.

Das war ziemlich unspektakulär, denke ich mir und laufe wieder zurück zum Auto. Keinen Kilometer weiter, den Berg hoch, ist die Grønligrotta. Die ist kein einfaches Loch im Berg, sondern tatsächlich ein großer Höhlenkomplex. Am Eingang werde ich gewarnt davor, dass man hier nur im Rahmen einer Führung rein darf und dass das Licht ohne Vorankündigung ausgeschaltet wird. Die Höhle ist aber sowieso nicht beleuchtet, im Worst-Case geht also das Licht an.

Die Höhle ist super ausgebaut, aber trotzdem etwas gruselig. Nach wenigen Metern ist es bereits so dunkel, dass ich echt froh bin, zwei Taschenlampen mitgenommen zu haben. Ein Foto kann ich der Höhle mit Hilfe der Lampen aber trotzdem abgewinnen.

Ganz ans Ende gehe ich aber nicht, so mega spannend ist das jetzt nicht.

Wieder am Tageslicht, geht es weiter in Richtung Svartisen-Gletscher. Über eine Schotterstraße geht es zum Nationalparkcenter. Allerdings ist die Gletscherzunge von hier gute 15 Kilometer entfernt. Das Boot, was einen sonst dahinbringen würde, fährt in der Wintersaison nicht. Auf 30 Kilometer wandern habe ich auch keine Lust. Mein Reiseführer verschweigt die Wanderung gekonnt. Im Gegenteil. Hier ist die Rede von „Die Straße […] führt direkt zum Fuß der Gletscherzunge“. Von wegen!

Angeblich ist das aber nur einer der zwei Punkte, die mich zum Gletscher führen. Ich steuere also den anderen Punkt an. Wie sich etwa 50 Kilometer später herausstellt, ist auch dieser Ort sehr weit von dem Gletscher entfernt. Ich frage mich, woher der Baedeker seine Informationen hat. Offenbar nicht aus erster Hand.

Immerhin führt mich der Weg über ein fantastisches Plateau, von dem aus ich sogar einen Blick vom Svartisen-Gletscher erhaschen kann.

Hochebende im Saltfjellet-Svartisen Nationalpark

Blick auf den Svartisen-Gletscher in der Ferne

Wasserfall am Wegesrand

 

Na gut, Gletscher soll wohl heute nicht sein. Weiter geht’s also in Richtung Trondheim.

Viele Kilometer und einen Tag später, komme ich in Trondheim an. Die anschauliche Stadt besitzt eine hübsche Kathedrale und vor allem eine fantastische Wasserfront.

Nidarosdom von Trondheim

Wasserfront in der Innenstadt

 

Nachdem ich mich ein bisschen am Ufer aufhalte, geht es noch ins Trondheim Buldresenter zum Bouldern.

Von hier aus geht es dann noch etwa 200 Kilometer in Richtung Trollveggen, meinem Startpunkt für den Süden Norwegens. Der bekommt aber seinen eigenen (sehr langen) Beitrag.

Ein Kommentar bei „In Richtung Süden“

  1. Tolle Fotos, interessanter Bericht. Danke!!!

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