Mestia

Nachdem wir endlich den umgekippten Tanklaster umfahren durften, habe ich dann ein bisschen Gas gegeben, damit wir flott in Mestia ankommen. Die Straße bis nach Mestia ist bis auf gelegentliche Abwesenheit von Teer sehr gut ausgebaut. Entsprechend kommen wir zügig, aber dennoch viel zu spät in der Stadt an.
Die erste Amtshandlung ist ganz klar: Essen!
Das nehmen wir recht zügig in Angriff und landen in dem mit Abstand touristischsten Schuppen in der ganzen, sowieso schon sehr touristischen Stadt.
Die Preise sind aber ganz okay und unsere Stimmung wird mit Essen und Bier auch deutlich besser.
Am Abend suchen wir noch ein Hostel – hier scheint aber so ziemlich alles ausgebucht zu sein, was in unserer Preisklasse liegt. Wir fahren auf gut Glück ein Hostel an, das mir bislang noch keine Absage geschickt hat. Die sind allerdings auch voll, können uns aber zwei Häuser weiter ein Privatzimmer organisieren, zum selben Preis.

Nach erholsamer Nacht frühstücken wir erstmal viel zu spät und kaufen dann für unseren geplanten zwei-tages-Trip zum Ushba Gletscher ein. Der Gletscher schmiegt sich an den Höchsten Berg der Region; Den Ushba, mit 4737m.

Vorher gerate ich noch in meine erste Georgische Polizeikontrolle. Beim Umparken. Nachdem ich mich knappe 5m von Parkplatz A (in der Sonne) nach Parkplatz B (im Schatten) bewegt habe, parkt eine Streife unmittelbar vor mir und gibt mir zu erkennen, dass ich sitzen bleiben soll. Ich hab bei der ganzen Aktion nämlich keinen Gurt angelegt (OHA!). Ich finde das etwas albern, spiele das Spiel aber brav mit. Nach zehn Minuten verabschiedet sich der grimmige Polizist wieder. Die haben wohl genau so wenig Lust sich mit Papierkram rumzuschlagen, wie die Russen. Die beste Abwehr gegen Polizisten ist offenbar eine Kreditkarte.

Viehzucht in Mestias Innenstadt.

 

Na egal – los geht’s in Richtung Gletscher! Nach einer knappen Stunde im Auto erreichen wir unseren „Parkplatz“, mitten in der Pampa. Weiter in Richtung Gletscher geht es jetzt wirklich nur noch zu Fuß.
Sehr weit kommen wir aber leider nicht. Ein Grenzposten liegt auf dem Weg und der Wächter macht uns klar, dass wir nur mit Grenzerlaubnis in Gletschernähe unser Zelt aufschlagen dürfen. Den entsprechenden Wisch kriegen wir im Dorf, am Anfang des Tales…
Zwar dürfen wir hoch, müssen aber am gleichen Tag wieder runter. Das passt so gar nicht in unseren Plan.
Nach etwas Verhandlungen mit Händen und Füßen kriegen wir immerhin ein vielleicht rausgeschlagen. Wir warten auf den nächsthöheren im Rang und der erlaubt uns ein Zelt aufzuschlagen, solange wir etwa 300m unterhalb von dem eigentlichen Camp bleiben.
Immerhin.
Weiter geht’s.

Leider finden wir so überhaupt keinen geeigneten Platz zum Zelten. So langsam bricht auch die Dämmerung ein, wir sind etwas enttäuscht wieder auf dem Rückweg.
Einen schönen Zeltplatz für die Nacht finden wir dann aber doch noch, wenn auch deutlich weiter unten, als geplant.

Der Plan „Ushba-Gletscher“ ist damit aber erstmal gestorben.
Dann halt ein anderer!
Auf der anderen Seite vom Berg fließt der Chalaati Gletscher bis unter die Baumgrenze und lässt sich fast komplett mit dem Auto erreichen. Lediglich die letzte Stunde muss man dann zu Fuß zurück legen. Genau das machen wir am Folgetag. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Startplatz und laufen gemütlich los.
Der beeindruckend große Gletscher lässt dann auch nicht so lange auf sich warten.

Und nicht nur können wir den von weitem bestaunen, wir können sogar bis unter die Gletscherkante!

Das hier wirklich krasse Steinschlaggefahr herrscht, stellen wir dann erst ein bisschen später, aber zum Glück noch rechtzeitig fest.
Da der Gletscher sehr steil liegt, kullern hier immer wieder Steinchen und gelegentlich Felsbrocken herunter. Letztere verfehlen uns bei einem größeren Rutsch nur um einige Meter.
Wir fliehen dementsprechend auf sichere Distanz und warten noch ein bisschen mit gezückten Kameras auf den nächsten spektakulären Steinrutsch, der aber leider ausbleibt.

Zurück nach Mestia.

Mestia

 

Eine Nacht verbringen wir noch hier, am nächsten Morgen wollen wir ein bisschen höher, auf den Chkhuti Grad, vielleicht sogar von 1.200m bis auf 3.100m, mal sehen.

Parkplatzwächter

Die Wanderung stellt sich als sehr anstrengend heraus. Die Sonne ballert ganz gut, aber immerhin belohnt uns das gute Wetter mit schönen Aussichten auf den Chalaati Gletscher und das Tal, in dem Mestia liegt.

Ganz hoch schaffen wir es aber nicht. gegen 16:30 Uhr erreichen wir den ersten „Checkpoint“. Ein kleiner Gipfel auf 2750m. Da wir heute Abend noch bis nach Ushguli fahren möchten, drehen wir hier oben um. Um sechs sind wir dann alle am Auto und es geht los auf der abenteuerlichen Straße in Richtung Ushguli.

Ein letzter Blick in Richtung Mestia.

Ein Kommentar bei „Mestia“

  1. Dieser Sternenhimmel ist wirklich grandios.

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