In Grenznähe

Ein kleiner Hinweis: Ich werd ab sofort nur noch die meiner Meinung nach guten Fotos in die Beiträge werfen. Das reduziert die Bildmenge zwar deutlich, die Qualität sollte dadurch aber eigentlich besser werden.

 

Boah, hat die Fahrt sich gezogen. Ich hab meine Erwartung schon ziemlich runtergeschraubt, aber dass ich für 500 km zwei Tage brauche, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.

Spät abends komme ich in Sochi an. Lust zu Kochen habe ich absolut keine mehr, stattdessen geht’s in die Stadt. Pasta und Weißwein schmeckt auch gleich doppelt so gut, wenn man nicht selber kochen muss! Für etwa 8 € mit Dessert kann ich mir das auch ziemlich gut leisten hier.

Die Stadt selber ist als Strand- und Resortstadt bekannt. Beides finde ich eher uninteressant. Ich fahre schonmal ein paar Kilometer raus aus der Stadt, bevor ich einen sehr guten Platz für die Nacht finde.

Mein Ziel am nächsten Morgen ist eine Tropfsteinhöhle, die sich mitten im Gebirge versteckt.
Ich freue mich mal wieder über mein Auto, dass den steilen und schlaglochlastigen Feldweg völlig problemlos meistert.
Angekommen, wird für mich erstmal ein dicker diesel-Generator angeworfen, der die Höhle mit Strom und Licht versorgt.
Die Beleuchtung ist leider ziemlich anstrengend, da hier fast alles mit buntem Licht angestrahlt wird. Schade eigentlich, das sieht doch sehr spannend aus hier drin.

Deko vor dem Höhleneingang

Etwas weiter im Unterholz der Gegend soll sich laut maps.me noch eine zweite Höhle befinden. Ich mache mich auf dem kaum sichtbaren Trampelpfad auf den Weg und wandere letzten Endes eine knappe Stunde durch ein ausgetrocknetes Bachbett, bis ich dann laut Karte eigentlich neben dem Höhleneingang stehen sollte.
Ich entdecke nur ein etwa ein mal ein Meter großes Loch im Boden – ist das gemeint?
Einen Steinwurf später bin ich mir ziemlich sicher: ja! Der hört gar nicht mehr auf da hinunter zu fallen. Ohne Ausrüstung und ordentliche Sicherung bewege ich mich da bestimmt nicht rein.
Wikipedia klärt mich dann auf, dass diese Tropfsteinhöhle 60 Meter unter der Erde liegt und nur von diesem Loch aus erreichbar ist.
Schade eigentlich – das Foto im Netz sieht schon ziemlich spektakulär aus!

Zurück zum Auto denke ich mir noch, dass ich mich auf Zecken kontrollieren sollte. Natürlich vergesse ich das dann doch, was ich später noch bereuen soll.

 

Роза Хутор (Roza Khutor) heißt der Wintersportkomplex, wenige Kilometer von der Georgischen Grenze entfernt. Hier wurden 2014 die olympischen Winterspiele abgehalten. Mein nächstes Ziel. Allerdings nur zum Berge gucken – geschneit hat es hier schon eine ganze Weile nicht mehr und Ski fahren kann ich sowieso nicht.
Jedenfalls haben die Russen hier keine Kosten und Mühen gescheut. Schon der Hinweg ist ziemlich extravagant, der Komplex selbst ist komplett abgegrenzt und ich darf erstmal durch eine ausgiebige Kontrolle, bevor ich mit dem Auto auf das Gelände fahren darf.
Ich vermute, dass da eigentlich nur Hotelgäste drauffahren dürfen, allerdings ist die Sprachbarriere an der Stelle schon ganz praktisch und ich werde nach einigem Schulterzucken einfach durchgewunken.
Die insgesamt 1100 Höhenmeter könnte ich auch wandern, dafür bin ich heute aber zu Faul (und zu Spät dran) und kaufe mir stattdessen eine Seilbahnkarte. Insgesamt 20 € muss ich dafür hinblättern – ich bin ein bisschen schockiert.
Der Weg nach oben und der anschließende Ausblick kompensieren das aber immerhin ganz gut.

Überall finden sich hier Hinweisschilder, dass man sich nicht weiter als zwei Kilometer nach Süden begeben darf. Hier ist die Grenze zu Abchasien, einem der umstrittenen Gebiete Georgiens, die man besser meiden sollte.

Ich setze mich am Abend noch in ein ziemliches Hipster Café in dem Resort, schreibe ein wenig und merke dann, dass mich irgendwas zwickt.
Zwei Zecken haben sich an mein rechtes Bein geheftet – direkt neben die zwei Mückenstiche, die ich vor ein paar Tagen bekommen hab.
Als wenn mein rechtes Bein besonders gut riechen würde – sonst bin ich komplett stichfrei.
Mehr Zecken sind’s zum Glück aber nicht. Trotzdem unnötig, vor allem wenn ich an den Juckreiz denke, der mich die nächsten Tage begleiten wird.

Nun gut – dumm gelaufen.

 

Am kommenden Morgen besuche ich noch einen Wanderweg mit zwei kleinen Wasserfällen, direkt neben Sochi.


Dann geht’s auch schon wieder weiter, diesmal in Richtung Hochgebirge im Nordkaukasus

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