Juli

Schon Ende letzten Monats habe ich mich ja nicht wirklich viel vom Fleck bewegt. Hier soll ein Fotoblog / Reisetagebuch entstehen, aber ohne Fotos und Reisen gibt es nicht viel, womit ich die Seite füllen möchte.
Das ist aber voll in Ordnung!
Den Juli habe ich mehr oder minder vollständig in Tbilisi verbracht. Unter der Woche war ich immer für ein paar Stunden im Botanischen Garten.
Rein zufällig brauchten die recht kurzfristig eine Website, wie praktisch, dass ich genau passend vorbeischaue. Wobei irgendwie jeder, immer eine neue Website braucht, dem ich erzähle, dass ich Informatik gelernt habe. Mysteriös.

Ich arbeite in den vier Wochen also relativ eng mit der Administration zusammen und bastel denen eine einfache WordPress-Seite zusammen. Der aufwändigere Teil ist ganz klar das Backend. Die Seite ist für eine Konferenz über Biodiversität in Georgien, die Mai 2019 stattfinden soll. Teilnehmer können sich hier registrieren und ein Abstract ihrer Arbeit hochladen.
Für Teilnehmermanagement gibt es kein ordentliches WordPress-Plugin, also schreibe ich ein kleines Programm, was sich in die Datenbank hängt und die ganzen Formulardaten übersichtlich und editierbar darstellt.

Kost oder Logis bekomme ich leider nicht, dafür laden mich die Kollegen immer mal wieder zum trinken ein. Mit so einer Bezahlung kann ich gut arbeiten!
Ich bin positiv überrascht, dass die Belegschaft mehr oder weniger in meinem Alter ist. Entsprechend gut finde ich hier Anschluss, auch wenn die Sprachbarriere ein bisschen im Weg steht. So zehn Leute sind das, mit denen ich täglich zu tun habe.
Am zweiten Juliwochenende fahren wir gemeinsam zum See Sioni und hängen hier das Wochenende herum, Schwimmen, Trinken und Grillen.

Ähnlich entspannt geht es aber auch unter der Woche zu. Inzwischen habe ich einen kleinen Freundeskreis in Tbilisi, mit dem ich mich regelmäßig am Abend verabrede. Die Bars und Pubs kennen wir ganz gut von innen, vor allem die mit Klimaanlage. Tagsüber wird es hier bis 40 Grad, am Abend und in der Nacht immerhin nurnoch 30.

Couchsurfing habe ich inzwischen aufgegeben. Für so lange aufenthalte ist das auch absolut nicht gemacht! Stattdessen probiere ich verschiedenste Hostel aus. Alle paar Tage wechsel ich, so richtig gut gefällt mir leider keins. Wobei mein Anspruch vermutlich auch viel zu hoch ist – immerhin zahle ich nur etwa 3-4 € die Nacht, ein knappes viertel meiner alte Miete.

Auch in der Georgischen Kletterszene bin ich inzwischen gut angekommen. Immer mal wieder bin ich im Botanischen Garten, im Bouldering Club Tbilisi, oder in Arena2 zum klettern und bouldern verabredet. Am dritten Juliwochenende geht es für mich und ein paar andere nach Arsha, ein kleines Dorf in der Nähe vom Kasbek. Hier gibt es einiges an gut ausgebautem Fels mit etwa 40 verschiedenen Strecken. Drei Tage lang sind wir bei bestem Wetter hier und erklimmen jede Menge Routen. Ich erreiche eine neue persönliche Bestleistung und Kletter meine erste 6c+ im Vorstieg. Sehr gut!
Nur der Sonnenbrand, den ich wieder mit nach Tbilisi nehme geht mir noch einige Tage auf die Nerven.

Ende Juli bin ich mit David, Mamuka und Nika verabredet, die drei haben das Altihut-Projekt auf dem Kasbek ins Leben gerufen und sind die Manager der Hütte. Alle drei sind sehr sympathisch und wir verstehen uns sehr gut. Ende Juli soll es für mich losgehen. Das passt sehr gut in meinen Zeitplan, denn ich bin fast fertig mit meiner Arbeit im Botanischen Garten.
An meinem letzten Tag im Garten habe ich Projektübergabe und hänge danach noch ein bisschen im Büro rum und bastel mir in der Zeit meine eigene Seite zusammen, die in Zukunft mein Portfolio und Kontaktmöglichkeit darstellt.
Am Abend bin ich noch ein letztes mal mit der ganzen Truppe verabredet und wir feiern ein bisschen meinen Abschied.

Eine Weile bin ich also noch in Tbilisi, bevor es dann Ende des Monats losgeht mit meinem Job auf 3.014m. Erste Eindrücke gibt’s eine knappe Woche vorher an einem Tagesausflug mit dem Team, nach Juta, zu einer befreundeten Berghütte.

Die letzten Tage in Tbilisi verbringe ich ganz entspannt, gehe noch ein paar mal Klettern und verabschiede mich von den Menschen, die ich hier im letzten Monat lieb gewonnen habe.

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