Von Dubai nach Mumbai

Jan und Lucas heißen die beiden Jungs, die jetzt mindestens mal für die nächsten paar Stunden mit mir mitreisen. Jan kommt aus Deutschland, Lucas aus Frankreich. Die zwei haben sich auf Hormuz, im Iran kennengelernt und ´reisen seitdem per Anhalter durch die Gegend.
Heute geht’s per Anhalter mit mir als Fahrer auf in Richtung Oman. Wir decken uns mit genug Essen ein und fahren am Vormittag los.

Der Weg ist ziemlich entspannt und ich werfe die beiden ein paar Meter vor der Grenze raus. Ich kenne das Spiel ja schon und bin mir sicher, dass die zwei deutlich zügiger auf der anderen Seite sind als ich.

Es läuft ziemlich genau wie erwartet – die Grenzkontrollen sind recht entspannt, mit dem Carnet sind die allerdings relativ überfordert.
So geht es mal wieder ein bisschen hin und her und nach so 90 Minuten treffe ich die zwei auf der anderen Seite der Grenze wieder.

 

Wir fahren nach Sohar.
Ich werde das Auto von hier verschiffen, die zwei wollen sich irgendwann weiter in Richtung Südoman aufmachen.

Wir fahren ein bisschen durch die Stadt und auf einem Feldweg an der Küste entlang, bis wir einen netten Platz entdecken, der für heute unser Zeltplatz wird.

Die Jungs kümmern sich um ein Lagerfeuer und Mukke, ich koche derweil und wir werden schnell zur Hauptattraktion des kleinen Viertels, in dem wir uns gerade niederlassen.

Wir quatschen viel, wir quatschen lang und alle paar Minuten gesellt sich ein neuer Gast zu uns ans Lagerfeuer.
Die Omanis sind gewohnt beeindruckend herzlich und freuen sich, dass wir gerade hier sind.

Die nächsten drei Tage bleiben wir zu dritt mehr oder weniger hier am Strand, faulenzen, schwimmen, quatschen und sind zwischendurch bei ein paar von den Omanis zu Hause zum Essen eingeladen.

Die überholen sich regelrecht mit der Gastfreundschaft, so dass wir am zweiten Tag drei Mittagessen spendiert bekommen und mit den ganzen Leuten ein kleines Festessen halten.

 

Gleichzeitig kümmere ich mich um den Container nach Mumbai.
Mein Kontakt hier in Sohar ist freundlich und unkompliziert und regelt das ganze zügig, wenn auch mit rund 1.500€ nicht ganz günstig.
Am 16. April, in etwas mehr als einer Woche soll das Auto verschifft werden.
Von den zwei Jungs verabschiede ich mich erstmal und komme am gleichen Abend bei Jack unter.
Jack ist aus Hongkong und arbeitet hier zufälligerweise am Hafen. Vor allem ist er aber bei Couchsurfing und lässt mich die ganze nächste Woche bei ihm pennen. Das fast leere Zwei-Etagen-Haus ist deutlich zu groß für ihn allein und anstelle von Krempel füllt er das Haus lieber mit Leben und Geschichten. Neben mir sind hier noch zwei Pakistani und im Wechsel jemand aus Japan, China und England. Mit so vielen Gästen fühlt sich das hier fast ein bisschen wie ein sehr familiäres Hostel an, was wirklich nett ist.

Die Zeit bis zum Verschiffen vergeht zügig, sodass ich eine knappe Woche später mein Auto in einen Container Lade und mich auf den Weg nach Muscat mache.

 

In Muscat bin ich eigentlich nur, um mir das Visum für Indien zu organisieren.
Hostels gibt es leider gar keine, also schreibe ich einige Anfragen bei Couchsurfing und bin erstmal bei Louie aus den Philippinen untergebracht und danach bei Sidath aus Sri Lanka. Sidath hostet mich für die nächsten vier Nächte – die Bearbeitungszeit für das Visa.
Am vierten Abend bekomme ich Bescheid, dass ich das Visum am Folgenden Nachmittag abholen kann und buche auch direkt den Flug nach Mumbai für übermorgen. Allerdings geht der Flug von Dubai, sodass die nächsten 36 Stunden bis zum Abflug wohl ziemlich stressig werden.

Ich bin recht früh in dem Konsulat und habe Glück. Mein Reisepass ist schon fertig bearbeitet und ich kann deutlich früher als erwartet in Richtung Fernbusstation.

Der nächste Bus ist leider schon ausverkauft, also muss ich den Nachtbus nehmen, der am Abflugtag sehr früh morgens in Dubai ankommt.
Immerhin spare ich mir so das Hostel für die eine Nacht…

Das erste Mal läuft die Grenzüberquerung völlig problemlos. Wurde auch Zeit, wo mich doch die letzten vier Überquerungen sehr viel Zeit gekostet haben.

In Dubai habe ich nichts wirklich zu tun, so dass ich mich mehr oder weniger direkt zum DWC Airport aufmache.
Der liegt relativ weit außerhalb, trotzdem bin ich am Vormittag schon da.
Der Flughafen soll bis 2025 zum größten Flughafen der Welt werden. Das Gebiet ist entsprechend riesig, während das bislang einzige Terminal lächerlich klein ist.
Die großen Terminals sind noch im Bau und das aktuelle hat de facto keine Infrastruktur, bis auf einen kleinen Kaffeeladen.
Ich darf hier die nächsten 12 Stunden Totschlagen und mache genau das.
Immerhin gibt’s Wifi, so dass ich ewig viele Serien gucke und das Internet einmal durchlese.
Ich laufe im Flughafen herum und lande ausversehen im Mitarbeiterbereich. Da heute Freitag ist, ist hier aber Wochenende und tote Hose.

Irgendwann nähert sich die Abflugzeit und ich laufe durch die Security in den duty-free Bereich.
Das erste, was mir ins Auge fällt ist eine kleine Bar, die offenbar frisch gezapftes Bier hat.
Frisch. Gezapftes. Bier.
Das hatte ich zuletzt in Armenien!
Meine müde Stimmung verbessert sich schlagartig, bei dem wirklich leckeren, wenngleich furchtbar teuren Kingfisher.
Ich hocke an der Bar und quatsche noch ein bisschen mit der Heimat, bis dann ein paar Minuten später der Flug endlich losgeht.

Auf nach Indien!

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